Hier werden ausgewählte Werke aus der Sammlung der LIVING BAUHAUS KUNSTSTIFTUNG näher erläutert. 

Besichtigungen der Sammlung in der Kleinen Jägerstraße sind nach kurzer telefonischer Voranmeldung oder Anfrage via E-Mail möglich (info@livingbauhaus.de)

 

Erez Israeli

Die LIVINGBAUHAUS Kunststiftung erwarb mehrere Werke des Künstlers Erez Israeli und spendete diese der Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin. 

 

Der israelische Künstler Erez Israeli tauschte 2015 mit Norbert Bisky sein Atelier in Tel Aviv um in Berlin zu arbeiten.

Was in Biskys Atelierräumen entstand, spiegelt Israelis Auseinandersetzung mit dem ‚neuen Berlin‘ seit dem Fall der Mauer 1989, insbesondere der Clubszene um den Berghain. Denn 30 Jahre Wiedervereinigung bedeutet auch 30 Jahre Berliner Clubkultur. Und diese Kultur der Nacht ist mit wohl kaum einem Ort so eng assoziiert worden wie mit dem Berghain.

 

Zudem setzt sich der Künstler in seinen Arbeiten immer wieder, auch in ironischer Weise, mit Stereotypen des Jüdischen im kollektiven Gedächtnis und der deutschen Vergangenheit des NS-Regimes und dem Holocaust als schmerzlichem Teil jüdischer Identität auseinander.

 

Die Eintrittsstempel, die Israeli im Berghain auf seinen Arm bekam, ließ er sich als Statement und Kunst am eigenen Körper  unter seine Haut stechen.

Diese Tätowierungen verweisen auch auf die Stigma, mit denen Juden in den Konzentrationslagern der Nazis versehen wurden. Israeli fand eine zutiefst körperliche künstlerische Form, den Schmerz einer Generation von Opfern des Holocaust auszudrücken.

 

Die „Stempelwälder“ von Erez Israeli, die zur Sammlung der LBKS gehören, stellte die C/O Berlin Foundation im Amerikahaus 2019/2020 im Rahmen der Ausstellung „No Photos on the Dance Floor! Berlin 1989 - Today“ aus (https://www.co-berlin.org/no-photos-dance-floor). 

 

Neben dem Werk Israelis werden u.a. Werke von den Berghain-Größen Sven Marquard und Marcel Dettmann sowie etwa von Wolfgang Tillmanns gezeigt. 

 

Das Werk Erez Israelis, in dem diesesr sich mit einem schmerzlichen Riss in der deutschen und europäischen Geschichte beschäftigt, entspricht einem der zentralen Pfeiler des Sammlungskonzeptes der LBKS, die sich auch der Kunst der "Entarteten" im Sinne der positiven Umkehr des Begriffs im deutschen Expressionismus und der Kunst der Verfolgten widmet.

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